NAMIBIA 2001

 

2001 erwähnte mein alter Schulfreund Tassilo Feuerer, dass er mit ein paar Kollegen einen 
Besuch nach Südafrika und Namibia plante, um verschiedene Projekte ihrer Flechten Forschung 
dort zu besuchen. Tassilo war Professor für Botanik an der Universität in Hamburg und er 
fragte mich ob ich den nicht mitkommen wolle. Ohne viel zu überlegen, sagte ich zu. 
Es war ursprünglich geplant die ganze Reise gemeinsam zu bewältigen. Es kam dann anders. 
Deshalb " miles and miles on my own......... "
Dieses Reisetagebuch ist unterwegs geschrieben worden und erhebt keine Anspruch auf 
literarische Vollendung. Ich habe bewusst später nicht daran herum korrigiert um die 
Spontanität des Reiseberichts zu bewahren.



Dienstag 27.März Springbok - Hotel Springbok 6. Tag

 

 Endlich nähern wir uns dem wahren Afrika. Wie ich es von früher kenne. Heute abend kommen 

wir nach etwa 500 km Fahrt von Kapstadt gen Norden in Springbok an. Wir steigen im in 

Kolonialstil gebauten Stringbok-Hotel ab. Die Grillen zirpen und um 23:00 ist es noch 

T-Shirt warm. Nach Frischmachen sitzen wir bald an der Mainstreet um noch etwas zu essen. 

Kühles Bier und „Free-Range“ Beefburger bestellen wir bei der schnatternden Serviererinnen 

Schar. Alles Buschman Mädchen mit kaffeebrauner Haut und schmucken hellblauen Uniformen. 

Im ganzen Restaurant jede Menge alter Fotos - Tier - Präparate - Mineralien - Bücher - 

Postkarten. Ein Foto fällt auf: Deutscher Agent von einem U-Boot hier 1942 an der Küste 

abgesetzt, gräbt seine Ausrüstung am Strand aus. Morgen werde ich versuchen mein Weiterkommen 

nach Namibia zu organisieren. In Kaptstadt am Flughafen konnte ich immerhin eine Reservierung 

für einen Wagen in Oranjemund erreichen. Mittags wird es dann weiter nach Alexander Bay und 

zum Richtersfelde National Park gehen. 

Mittwoch 28.März Springbok - Brandkaros 7.Tag

        

Ich sitze auf der Terrasse vom Hotel in der Sonne. Es ist herrlich warm und ich warte auf 

die Anderen. War gerade nochmals im Drugstore von gestern abend um etwas zu trinken und 

bin ins Gepräch mit Peter gekommen. Peter ist Geologe aus Kapstadt, der hier in der Gegend

arbeitet. Netter Typ - war ‘82 in Deutschland, auch Berlin. Wir wollen uns abends in der 

Hotelbar auf einen Drink treffen.


Daraus wird wohl nun nichts. Wir sind in unserer neuen Unterkunft in Brandkaros angekommen,

direkt am Oranje. Der Richtersfelde Nationalpark, mit der neuen Projectsite ist nicht mehr

weit. Von Springbok fuhren wir 250 km nordwestlich bis Alexander Bay - ein desolater Platz 

an der Küste im äussersten Nordwesten Südafrikas. Diamanten Gebiet. Meine Flechtenforscher 

Reisekollegen gerieten in helles Entzücken als rechterhand der Strasse mit gelben Flechten 

überwachsene Hügel auftauchten. Wir hielten an und schwärmten, nach dem wir zwei Zäune 

überwunden hatten, ins Gelände aus. Nach einer halben Stunde hielt auf der Strasse ein Auto 

und ein Security Officer komplimentierte uns vom Gelände und nahm unsere Personalien auf. 

Er bestand darauf, dass wir unverzüglich ohne Aufenthalt unsere Fahrt fortsetzten. Den 

selben Herren trafen wir erneut im Highsecurity-Gebäude des Minen Geländes. Wir mussten 

dort unseren Geländewagen für den Nationalpark bestellen und er staunte nicht schlecht, 

dass wir es geschaft hatten, auch hier einzudringen. Im Minengelände und in Alexanderbay 

türmen sich überall Schuttberge und verrostendes Fördergerät ist verstreut. Nach etwas 

Shopping, machen wir uns auf den Weg zum Camp den Oranje entlang. In der Ferne sieht man 

schon die Bergzüge von Richtersfelde von der Abendsonne angestrahlt. Das Brandkaros Camp 

ist wieder eine freudige Überraschung. Auf dem Farmgelände beim Fluss finden wir in afrikanischen 

Rundbungalows alles was wir brauchen. Unter riesigen alten Bäumen und auf gepflegtem Rasen 

setzen wir uns zum Abendessen nieder. Die Farm und das Camp gehören, wie wir erfahren, auch 

der Minengesellschaft De Boers. Als ich später abseits, weg vom Licht, in die Dunkelheit 

trete, bin ich von dem funkelnden Nachthimmel überwältigt. Ich lasse mir von einem 

südafrikanischen Mitbewohner das Kreuz des Südens zeigen. Der Abend ist sehr lau, doch 

kommt später vom Meer ein kühler Wind auf und ich bin froh das ich Pullover und Jacke dabei habe. 


 

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Oranje - Grenzfluss zwischen Süd Afrika und Namibia. Blick nach Osten in Richtung Richtersfelde National Park

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Donnerstag 29.März Brandkaros -Yellow Dunes - Richtersfelde National Park

                 In der früh beim Aufstehen ist es frisch, da das Meer ja nicht weit ist. Nochmals nach  Alexanderbay um 4x4 zu holen. Vorräte und natürlich jede Menge Wasserflaschen einkaufen. Zum Camp zurück und Aufbruch. Gegen 11:00 sind wir unterwegs im Gelände.

Von Anfang an gibts Probleme den Weg zu finden. Luciana kann sich nicht erinnern, da alles gleich aussieht. Arne kommt mit dem GPS noch nicht klar. Bald haben wir uns im Sand fest gefahren. Nach dem wir Luft aus den Reifen lassen, gehts wieder. Nach mehren Anläufen finden wir die richtige Stelle. Ein rostiger Eisenstab in der Wildnis. Es ist sehr heiss geworden. Das Feld bietet für mich keine grossen Aufregungen, die Forscher sind allerdings vertieft. In ein paar Kilometern Entfernung erheben sich plötzlich riesige Rauchwolken - ein Feuer breitet sich schnell im niedrigen Buschland aus. Bevor die Anderen etwas merken, hat es sich in dem dürren Gelände schon totgelaufen.

Nach der Rückkehr ins Camp am Abend mache ich noch ein Spaziergang zum Oranje hinunter. Die ganze Farm erinnert mich sehr am die Türkei - Tahirova, das Versuchsgut, dass mein Vater mehrere Jahre gemanagt hat, dort war zum Fluss auch das Marmarameer nicht weit. Am Fluss konnte ich einen Schwarm Weissstörche beobachten, etwa 50 Stück, die es wohl immer noch hier unten hielt, da es im Norden immer noch empfindlich kalt war. Ich wusste nicht, dass sie soweit in den Süden ziehen. 

 

 

Richtersvelde Nationalpark

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Samstag 31. März Brandkaros 10.Tag

       

Als wir um sieben Uhr aufstehen, ist es kühl und von Westen her sieht man Nebel - oder Wolken - das jenseitige Ufer des Oranje (Namibia) hochziehen.Ich gehe vor dem Frühstück joggen. Der teppichartg gepflegte Rasen lädt dazu ein. Tasso und Arne haben am Abend nochmals betont, dass das Projekt sie ein paar Tage entbehren kann. Sie wollen mich nach Namibia hoch fahren und in der Kalahari ein paar Viecher anschauen. Tassos exzentrischer Humor bringt viel Spass in das trockene Forscher Dasein. Die Mannschaft rückt bald zu einem zweiten Ausflug nach RV ab, wärend ich mich nach Alexander Bay aufmache, um Vorräte zu besorgen und mich um die Weiterreise zu kümmern. Wir brauchen erstmal einen Brief von Avis SA  damit wir in Namibia einreisen dürfen. Das könnten wir in Uppington auf dem Weg in die Kalhari erledigen. Die Übernachtung im Kalahari Gamereserve ist schon etwas schwieriger. Nur Camping ist möglich, da die Lodges schon voll sind, aber dafür hat Tasso nicht viel übrig. Müssen wir später nochmals besprechen.

Wir wollen heute abend mal ein paar Skorpione im Bush erschrecken gehen!

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Also damit war nichts, weil einfach keine da waren! Wir hatten uns mit Schutzkleidung - Stiefel, Pullover, Jacke - es war empfindlich kalt geworden, auf den Weg gemacht. Ein Spezialfanggerät hatte ich aus einer zerschnittenen Plastikflasche angefertigt. Wir sind nochmals in das Yellow Dunes Ödland hochgefahren. Stein auf Stein gespannt um gedreht. Alles vergebliche Mühe! Das die Wüste vor Scorpionen wimmelt, haben wir zumindest hier wiederlegt.
Jedenfalls ist es jetzt beschlossene Sache - wir brechen morgen früh in Richtung Kalahari auf. Der Arbeits meiner Botaniker war wohl heute sehr mühsam gewesen. Bloss gut das ich nicht mit war! Der gängige Witz zwischen Arne und Tasso an diesem Abend - Das ist wohl "Ökologie" - einen Satz den Arne wohl in seinem ratlosen Humor Angesichts der Betrachtung der immer gleichen zu erforschenden Wüstenei so, vor sich hin sinnierte. Nun wir werden morgen erst einmal Kilometer abschnuren müssen, um nach Namibia zu kommen. Obwohl Namibia eigentlich nur ein paar hundert Meter entfernt auf der anderen Seite des Oranje läge. Da auf der anderen Seite des Flusses namibisches Diamanten Abbaugebiet liegt, gibt es keine Möglichkeit hier eine durchzufahren. Aber ich freue mich darauf und ich glaube die beiden auch. 

 

 

Richtung Osten, Uppington

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Montag 2.04. Kalahari Gemsbock N.P

 

Augrabis Falls haben wir in der Früh relativ schnell verlassen. Im Ganzen doch eher sehr touristisch ausgelegt. Nun nehmen wir Kurs auf Uppington. Dort müssen wir für den Wagen Papiere für den Grenzübertritt nach Namibia besorgen. Tasso braucht Batterien für seine Kamera und ich muss zur Bank Geld wechseln. Die Gegend die wir durchfahren ist ein Weinanbaugebiet, gespeist durch den Oranje Fluss, den wir von Brandkoross her gut kennen.

In Uppington geht bis auf meinen Bankaufenthalt alles gut. Ich muss wirklich eine Ewigkeit warten bis all die Formulare für meine Travellercheques die verschiedenen Stellen durchlaufen haben. Tasso und Arne haben keine Ahnung, wo ich bin und glauben schon, dass ich gekidnapt worden bin. Dann geht es los Richtung Norden zur Kalahari. Bald hört die Teerstrasse auf und auf die Schotterstasse folgt bald eine rote Sandpiste. Es wird zunehmend wärmer. Wir fahren durch Buschsavanne, es ist überall grün und man sieht oft richtige Blumenfelder unter den Akazien ausgebreitet. Auf der Piste sind grosse Pfützen zu duchfahren. Die Regenzeit ist im vollen Gange. Trotz der Warnschilder sieht man immer wieder jede Menge überfahrener Tiere. Bei einem Fuchs halten wir an. Ich bugsire ihn an den Strassenrand. Er kann noch nicht lange tot sein. Auf der Strasse treffen wir nun immer wieder mal Eingeborene Buschmänner und an einem Stand halten wir schliesslich an. Ein Buschmann in Lederlendenschurz verkauft Armbänder und Halsketten. Als wir Fotos machen wollen, Kostet uns das 10$. Am Nachmittag erreichen wir die Abzweigung zum Kalahari N.P. und eine Siedlung mit ersehnter Tankstelle. Ausserdem, sehr malerisch in poppigen Farben - den ‘Kalahari Supermark’. Ein ideales Fotoobjekt, wie ich meine. Es ist sehr heiss geworden und die Schwarzen halten sich dezent im Schatten auf. Nur die Verrückten aus Deutschland springen in der pralle Sonne herum und lassen sich fotografieren.

Dann geht es wieder weiter Richtung Norden. Als die Sonne untergeht erreichen wir den Parkeingang und sind im Parklodge eingechecked. Der Evening Drive fährt um 18.00 Uhr los. Gerade noch Zeit um die Taschen abzustellen, einen Hamurger und Bier zu greifen und zum Sammelpunkt zu gehen.

 

 

 

Kalahari Supermark - von links - Arne - Tasso - ich selbst

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Dienstag 3.04. Kalahari Gemsbock Park-Rietfontain-Aroab-Keetmanshoop


 Der Tag erreichte ihren ersten Höhepunkt, als wir in Rietfontein hielten und tanken wollten. 

Ein gottverlassener Ort mitten in der Wildnis an einer Kreuzung, mit verbeulten Hütten und 

schrägen Windrädern. Der Kaufladen bei der Zapfsäule macht den Eindruck als wenn schon 

David Livingston hier eingekehrt ist, oder zumindest ein paar Schutztruppler haben sich 

sicher hier erfrischt. Was wir dann auch taten. Wir angelten Fantas aus der Kühltruhe, 

Arne endeckte sehr gut schmeckende Plätzchen und ich genoss es dem bunten Treiben 

zuzuschauen. Hier kamen offentsichtlich die Schwarzen aus der Umgebung her, um ihre 

Einkäufe zutätigen. Ausser uns weit und breit kein Weisser zu sehen. Eigentlich wollten 

wir tanken, aber es gibt kein Benzin mehr. Wir sind schon etwas knapp, aber 120 km weiter

auf der namibischen Seite gibt es eine weitere Möglichkeit. Also weiter. Erstmal der 

Grenzübergang. Hier gibt es etwas Bürokratie und eindrigliche Fragen ob wir Waffen 

mitführen. Man ist freundlich korrekt und schliesslich können wir weiter. Mit den 

ganzen Flechten im Kofferraum - mit der ‘ Fetten Beute’ wie Tasso immer zu sagen pflegte, 

war uns schon etwas blümerant. Im nächsten Ort können wir nun tanken und es gibt wieder 

einen ‘Supermarkt’, diesmal ganz passabel. Die Chefin sprach deutsch und erklärte stolz, 

dass sie sofort gesehen hat, das wir Deutsche sind. Ahem, Arne ist Schwede, aber in etwa 

die gleiche Richtung. Die Tochter macht gerade ein Praktikum in Österreich, auf einer 

Pferdezüchterei. Tasso kauft sich schliesslich ein Straussenei.


Die dann folgende Fahrt führte durch wunderschöne, mit schwarzen Sand, Steinen und 

weissblonden Grass spärlich bewachsenen, einsamen und verlassenen Landschaften. Weit 

in der Ferne schimmern bläulich Gebirgszüge. Hin und wieder mal eine Salzpfanne. 

Oder eine Staubfahne kommt uns entgegen. Die Sonne steht uns jetzt tief im Gesicht. 

Immer wieder kracht der Wagen in von ausgetrockneten Wasserläufen die Piste kreuzenden 

Auswaschungen. Später übernahm ich das Steuer von Arne und fuhr geradewegs in die 

untergehende Sonne bis Keetmanshoop. Bei absoluter Dunkelheit fanden wir eine Pension, 

das ‘ Birds-Nest’ und auch noch ein Restaurant. Ich wagte das Abenteuer ein vegetariches 

Gericht zu bestellen und nun es war ohne Fleisch, aber sonst sprach nichts für das Gericht. 

Die beiden stöhnten über riesigen Fleisch Portionen. 


Kalahari östlich von Keetmanshop

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Mittwoch 4.04 Keetmanshoop - Windhoek 14.Tag


        Ich wache im Morgengrauen, was so gegen 7Uhr ist, auf und als Tasso bald darauf klopft, bin ich rasiert und fertig füers Frühstück. Er blödelt etwas von Zeitreise daher und dass das Frühstück erst in einer Stunde serviert wird, weil wir nämlich gestern nach Namibia herein kommend ein neue Zeitzone erreicht haben . Etwas Zeit für mich, mich um meine Weiterfahrt zu kümmern, da die Beiden heute wieder nach Süden aufbrechen müssen. Die Möglichkeiten sind: Mit der Bahn über Nacht, einer der Gäste fährt nach Windhoek, oder Michael Taxi, der Tip vom Restaurant am Abend vorher. Wir frühstücken und brechen zum Köcherbaumwald auf. 30 km vor der Stadt. Eine Staubfahne nach der anderen kommt uns entgegen. Vom Campground brechen die Touristen auf. Der Wald ist so eindruckvoll, wie beschrieben und das Licht ist auch noch ok. Wir machen jede Menge Fotos. Am Schluss finden wir eine nette Schweizerin, die uns zu Dritt noch ablichtet. dann geht’s weiter zum ‘ Giants Playground ‘. Hier machen die Beiden wieder fette Beute Flechtenmässig. Dann fahren wir zurück ins Hotel.

Ich bekomme einen Infozettel überreicht. Der Gast ist schon um 9 Uhr nach Windhuk aufgebrochen. Da waren’s nur noch zwei. Ich liess meine Tasche im Hotel und wir fuhren in die Stadt um noch etwas zu trinken und die Mobiltelefone auszuprobieren. Letztere funktionieren dann auch d.h. wir können kommunizieren - wenn Empfang ist!  Wir verabschieden uns und schweren Herzens setzen sich die Beiden in Marsch. Tasso und Arne wollten eigentlich, dass ich nach Sprigbok mitfahre. Die ursprüngliche Planung gemeinsam auch in Namibia zu Reisen, war nun durch die Nichterteilung ihrer Forschungsgenehmigung hin fällig geworden. Ich musste also sehen wie ich jetzt alleine zurecht komme.

Ich treibe mich dann etwas in der Stadt herum, trinke im Hotel ein Bier und überlege, was ich mache. Die Bahn ist sicher, aber braucht die ganze Nacht für 460 km. Ich gehe zur Post. In der alten kaiserlichen Post ist jetzt die Touristen Information untergebracht und es liegen eine Menge Prospekte aus. Eine nette Dame empfiehlt mir auch Michael mit dem Minivan. Nach Anruf ist er auch sofort da und wir einigen uns dann auch bald auf einen akzeptablen Preis. Von $ 1500 sind wir bei $ 300,00 dann einig, als ich ihm erkläre, dass ich nicht sofort los muss und er mich nicht in 2 Stunden in Windhuk abliefern muss. Um 15.30 hat er mich im Hotel abgeholt, um nach ein paar Pausen waren wir um 21.00 in Windhuk. Das alles mit volldurchgetretenen Gaspedal, auch nachdem nach der Hälfte der Strecke, wolkenbruchartiger Regen einsetzte und die Strasse nur rudimentär zu Erkennen war. Ich werde bei MPengue Carhire und Pension abgesetzt, wo ich mir schon Zimmer und Auto reserviert hatte. 

 

 

Köcherbaumwald

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15.Tag Do 5.04. Windhoek M Pingu Travel

 

Das Auto klar gemacht. ich habe einen Golf angemietet. Eine einfachere robuste Version, die 

in Deutschland nicht mehr gebaut wird. Allradfahrzeuge sind nicht zu haben, da die 

Osterferien bald beginnen. Auch zu teuer für mich. Also muss ich sehen wie ich damit 

durchkomme, es ist immer noch Regenzeit.


Der Tag ist eher verhangen, mit kleineren Schauern. Später wird es schwül. Der Familie 

Wichmann gehört diese Reise Firma und ich habe hier den Vorteil zum Auto auch ihre 

Fremdenzimmer mieten zu können. Frau Wichmann ist sehr deutsch und proper. Ich treibe mich

den ganzen Tag in Windhoek herum. Wenn ich morgen Richtung Norden aufbreche, muss ich mir 

dringend etwas wegen der Malaria Prophelaxe überlegen. Ich habe aus Berlin vom Arzt ein 

neues Mittel namens Lariam dabei, das ich schon seit ein paarTagen hätte einnehmen müssen.

Ich beschliesse, mich hier in der Apotheke beraten zu lassen. Ich werde gut beraten. 

Lariam soll ich, da ich alleine reise lieber nicht einnehmen, da sich psychische Probleme, 

Depressionen etc einstellen können. Wenn Einheimische was nehmen, dann Chloroquin - Palodrine, 

ansonsten Expositionsprophelaxe, besonders abends. Geschlossene Kleidung, Mückenspray 

Moosquitonetz. Ich werfe sofort die Tabletten ein und spühle gegenüber im Cafe Schneider 

mit Appletizer herunter. Auf der Post kaufe wunderschöne Säugetier Briefmarken. Als ich 

gleich zwei ganze Sätze erstehen will, bietet man mich sehr freundlich in die Philanterie -

abteilung in ersten Stock zu kommen. Eine junge sehr freundliche Schwarze im Rastalook 

geleitet mich dorthin. Für die Postkarten, die ich später noch schreiben will, brauche ich

einige Marken. Alle sind sehr zuvorkommend. Als ich wieder draussen bin, gerate ich auf der

Hauptstrasse in eine ziemliche chaotische Demonstration. Später erfahre ich das es um Lesben 

und Schwule ging! Ich lasse die Filme entwickeln. Immer wieder bin ich im Cafe Schneider 

- Kohlroladen mit Reis. Wo die hier in Namibia den Kohl der bekommen ist ein Rätsel. Auf 

der Post versuche ich Gilda zu erreichen. sie ist hektisch und kann gerade nicht. Später 

in Verkehrsgewühl ruft sie zurück und aber ich bekomme das Handy nicht rechtzeitig zu fassen.


Mein Eindruck von Windhoek: 

 


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 Zwiespältig! Überall lungern junge Schwarze herum, besonders abends an den Kreuzungen. Die 

Weissen treten entweder als Touristen mit käsweissen Beinen und unmöglich tiefergesetzte 

Shorts auf - oder als Business Typen, meist füllig und bullig im Anzug. Hin und wieder 

eine schicke Blondine. Die weissen Frauen haben hier etwas altmodisch, konservatives an sich, 

nicht unangenehm, oft mit Röcken oder eleganten Hosenanzügen. Ständig rennt einem jemand 

mit ‘ner Zeitung hinterher. Mir strecken sie immer die deutsche Ausgabe (Allgemeine Zeitung) 

ins Gesicht. In meiner Safarimontur sehe ich wahrscheinlich deutscher geht’s nicht aus. Zu 

diesem Eindruck dann, überall deutsche Bäcker und Wurstwaren, dazu Kaiser - Wilhelm 

Strassennamen. Und dazwischen immer wieder mal ein stiernackiger Farmer mit Farmerhut 

(breite Krempe) und Farmerhosen (kurz) und Farmerschuhen (hoch). und natürlich die Schwarzen 

in Kampfanzügen nicht vergessen. Die wimmeln nur so herum. Plötzlich steht an der Ampel 

ein solcher mit drei Sternen auf der Schulter und schwarzer Sonnenbrille neben mir. Um 

einer Verhaftung vorzubeugen höre ich mich sagen “ Hello, how are you? “ “ I am very well, 

Sir . And yourself?. “ “ I am enjoying myself, thank you “ Er fragt mich. “ Where are you from? “ 

“ Germany “ antworte ich. “ I thought so. We have many guests from your country. I wish you 

a good time in Namibia “ sagt er. Das Licht schaltet auf grün.“ That is very kind. I am 

sure I will. “ rufe ich hinter ihm her. Schon ist er im Gewimmel verschwunden. Hier tragen 

auch die Polizisten Kampfanzüge und auch jede Menge Frauen in solchen. Es hat alles eine 

etwas sozialistischen Touch. Als ich dann, nachdem die Stadt um 17.00 urplötzlich verödet 

- in meinen gut abgeriegelten Safari Vermiet Sperrbezirk hinter Stacheldraht zurückfinde 

kümmere ich mich darum etwas Wäsche zu waschen, was ich im Grossstadtgetümmel übersehen hatte.


Etwas später trifft auch Herr Wichmann ein. Man setzt sich auf ein Bier zusammen und ich 

bekomme den ganzen theoretischen Unterbau für die gemischten Gefühle, die ich am Tag in der 

Stadt entwickelt hatte. In dieser “ EsgehtallesdenBachhinunter ” Analyse ist auch einige

Male der Begriff “Neger” eingeflochten, sodass ich bald merke, dass hier Zurückhaltung die

angebrachte Taktik sein muss. Neuliberales Gedankengut aus dem politisch korrekten 'Mutterland', 

würde hier auf Unverständnis stossen.


Den Rest des abends verbringe ich damit mein Postkarten Defizit abzuarbeiten. Ich hatte 

schon ein schlechtes Gewissen entwickelt, als ich Arne und Tassilo zusah, wie sie immer 

wieder Stappel von Ansichtskarten, den bereitstehenden Briefkästen übergaben. Ich musste 

auch immer gleich mitunterschreiben, an wen auch immer die gingen. Bei mir kam dann auch 

ein kleiner Stappel zusammen. 

 

 

 

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Freitag 6.4. Windhuk - Etosha 16.Tag

 

 

 Zusammenpacken. Noch einmal nach Windhoek hinein. Post. Telefon - Gilda erreicht, es geht 

ihr wieder gut und T. und G. fahren nächste Woche nach Frankreich. Im Nu sind $ 80.00 Dollar 

durch. Letzten Film holen, dann versuchen aus dem Strassengewirr die richtige Ausfahrt 

Richtung Norden zu erwischen.


Was mir prompt misslingt. 60 km fahre ich auf einer Nebenstrasse Richtung Swakopmund. Als 

mir das etwas seltsam vorkommt, weil für eine Hauptstrasse, alles sehr vereinsamt scheint. 

Ich halte an und vertiefe mich in meine Karte. Da hält neben mir einer der vorher beschriebenen 

Farmer und fragt, ob ich ein Problem hätte. Nach meiner Frage ob ich mich auf der “ B1 up north befinde “, 

erklärt er mir das Problem, das ich habe.

Ich bedanke mich, drehe um und donnere den ganzen Weg nach Windhuk zurück. Schade um die 

Zeit und das Benzin. Wettermässig haben wir dicke graue tiefhängende Wolken, die ab und an 

aufreissen.Die Strasse führt eintönig gerade nach Norden, nicht sehr spannend. Ich entwickelte 

einen ziemlichen Kopfschmerz. Endlich erreiche ich das letzte Städtchen Outja.

Dann sind es immer noch 110 km schnurgeradeaus. Ausser zwei entgegenkommenden Campingbussen, 

kein Auto auf der Strasse. Am Tor wische ich gerade noch herein. Auf der Fahrt zum Okaukejo 

Camp überquert eine kleine Antilopen Herde die Strasse. Mit ihren grossen Augen schauen sie 

mich ganz treuherzig an, als ich langsam vorbeirolle - leider muss ich weiter. Nach weiteren 

2 km schreitet eine Giraffe neben der Strasse her. Sie würdigt mich kaum eines Blickes. 

Gesetzt und elegant bewegt sie sich. Als Zeichen der Verachtung wendet sie sich schliesslich 

ab und schreitet gemessenen Schrittes ab in den Bush. Für einen Fototermin ist sie wohl nicht 

zu haben, es dämmert auch, also weiter ins Camp.


Als ich ankomme merke ich, dass es doch eine ziemlich grosse Veranstaltung zu sein scheint. 

Ich bekomme mein Zimmer. Ziemlich zerschlagen, mit Kopfschmerzen schleppe ich alles herein 

und überlege ob ich ein Asperin nehme. Als ich lese das es ein beleuchtetes Wasserloch gibt 

- Aspirin - wiederanziehen - gegen Mosquitos einsprühen - und los. Am Wasserloch ist weit 

und breit kein “ Schwanz “ zu sehen. Nur eine herumblödelnde Clique, deren Sprache ich nicht 

identifizieren kann. Ich habe keine Lust hier herumzuhängen und zu warten. Es ist Regenzeit, 

also jede Menge Wasser anderswo im Park. Keine Tiere zu sehen. Also zurück. Noch schreiben 

und dann Schlafen.


2 Pal. 


 

  


Samstag 7. 04. Etosha - Okaukejo 17. Tag 2 Pal

Regenzeit

Eher Schmierseife!

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Mit dem Golf bin ich ganz gut durchgekommen. Zur Regenzeit gibt es Überraschungen. Der Schlamm war nicht so problematisch, wie später der Sand.

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 Sehr früh aufgewacht. Alles grauverhangen - leichter Nieselregen. Ich laufe zum Wasserloch. 

Auf dem Rückweg durchnässt mich ein plötzlicher Schauer bis auf die Haut. Beim Frühstück 

überlege ich was zu tun ist. Etosha abbrechenr? Was für ein blödsinniger Gedanke! Ich komme 

mit einem deutschen Paar ins Gespräch die mit TUI unterwegs sind. Swakopmund sei ganz hübsch, 

da müsste ich unbedingt hin, aber die Seehunde sollte ich wenn möglich auslassen, die würden 

fürchterlich stinken!


Ich mache mich auf den Weg. Sobald ich das Camp verlasse und ins Gelände komme, sehe die 

ersten Springböcke mit Jungen. Die Wolken reissen auf. Die Sonne bricht teilweise durch. 

Dann kommen vereinzelt die Zebras, dann in Massen. Das Wetter bessert sich zusehens. 

Zebras überall. Sie scheinen am liebsten auf der Piste zu stehen. Dazwischen Springböcke. 

Überall junge Tiere, Strausse, Gemsböcke, die aber meist in der Ferne. Ein entgegenkommendes 

Auto hält an. Dort und dort würde man Löwen sehen. Ich pirsche mich weiter, bekomme aber 

keine Löwen zu Gesicht. Dann liegt direkt neben der Strasse ein winziges Springbokfohlen. 

Ich überlege, das die Mutter nicht weit sein kann. Ich fotografiere. Mutter und Tante tauchen 

auf und lassen sich in der Nähe nieder. Es ist mittag geworden. Ich fahre ins Camp zurück 

und lasse in Halali reservieren. Die Fahrt dorthin ist nicht ganz einfach, da die Piste 

aussieht wie Seife, sich auch wie Seife anfühlt. Das Auto sieht entsprechend aus. Hinter 

einer Kurve überrasche ich einen Schakal gleich an der Piste. Die Überraschung ist wohl 

beiderseits, aber er flüchtet nicht. Betrachtet mich mit Interesse. Ausgiebig fotografiere 

ich. Ich muss jetzt km machen. Ich sehe Giraffen in der Ferne ziehen. Etwas weiter sind 

Giraffen ganz nah an der Piste.


Dann bei wunderschönem Abendlicht - Red Wildebeest - etwa 10 Stück in hellgelb wogendem 

Grass, von der tiefstehenden Abendsonne beleuchtet. Fasst unwirklich wie sie sich hin und 

her bewegen. Dann eine riesige Herde Springböcke plötzlich neben der Piste - wunderschön, 

lautlos, nur das trockene Grass knistert. 12 km vor Halali steht plötzlich eine aufgerichtete 

schwarze Kobra auf der Fahrbahn. Vollbremsung und zurücksetzen. Sie folgt mit ihrem Kopf 

der Bewegung des Wagens. Gänsehautgefühl! Die Kobras können weit spucken. Das rechte Fenster 

ist unten, ich habe die Sonnenbrille auf und die Kamera vor den Gesicht. Langsam rolle ich 

weiter. Da es schon nach 6 Uhr ist, muss ich weiter. Das Zimmer, das ich heute vorfinde, 

sieht angenehm aus und riecht auch besser als das gestrige. Creme mich gegen die Mücken ein. 

Am Wasserloch ist nichts los. Der Mond scheint und es ist eine wunderschöne Nacht. Ich 

gewöhne mich daran alleine herumzuziehen. Hier im Park fühle ich mich total sicher. Mal 

sehen, ob es dabei bleibt. Sich jemanden anzuschliessen, wie ich das mal überlegt hatte, 

kann ich glaube ich voll vergessen. Wem auch? Tui Touristen? Die deutschen Mitbürger die 

ich ab und an treffe, versuche ich eher zu meiden. 


 

Red Wildebeest

Springböcke

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Sonntag 8.04 von Halali nach Namutoni 2 Paludrine 18.Tag

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Twin Palms, Etosha Pfanne


Gerade Tobias eine SMS geschickt, da ich feststellte, das ich hier Empfang habe. Es war ein 

fantastischer Tag heute! Leider etwas spät weggekommen - die Sonne war schon oben. Kein Regen 

mehr. Herrliches Wetter. Für morgen früh will ich 5 Uhr schaffen. Am Vormittag passierte 

auch nicht soviel, bis auf der Mongoose, der sich mit dem Erdhörnchen balgte.


Pirschte mich dem Rhinotrail entlang - überall lag Dung herum, aber nichts war von den 

Rhinos zu sehen. Gegen 13.00 Ankunft im Namatumi Camp. Zimmer übernommen, Frisch gemacht und wieder los.


Und ab hier war alles voller Aktion. Die ganze Landschaft lebte. Überall passierte was. 

Vor allem endlich wieder Giraffen, ein grösseres Rudel bewegte sich grasend bei den Twin Palms. 

Gemächliche, bedächtige Bewegung der Tiere. Zwei Paare standen beieinander und vollführten 

dieses seltsame Ritual, ihre langen Hälse ineinander zu verschlingen. Dann quirlte alles 

durcheinander. Zebras, Springböcke, Gembock, Red - und Schwarze Hartebeest. Strausse. 

Dann ein Warzenschwein - dann eine ganze Familie davon und zuletzt Elefanten. Ich hatte sie 

gefühlt. Ihr Dung lag herum und sah frisch aus und roch intensiv. Dann sah ich sie klein 

in der Ferne im Busch zwischen den Bäumen schimmern. Ich fuhr die Piste ein Stück weiter 

hinunter. Eine ganze Herde wurde sichtbar. 12 -15 Stück zogen weidend die Strasse entlang 

in etwa 30 m  Entfernung. Ich werde so etwa eine halbe Stunde ihrem Treiben zugeschaut haben. 

Sie entfernten sich allmählich. Also riss ich mich los.


Etwa 2 km weiter hinter einer Kurve steht eine alte Elefantenkuh direkt neben der Strasse. 

Ich bin erschrocken. Sie nimmt mich garnicht war und streift in Ruhe weiter Blätter von 

den Bäumen. Bei einem stehenden Auto balgen sich zwei junge Kojoten und ein Springbock herum. 

Genial! Beim Licht der untergehenden Sonne komme ich durch arkadische Landschaften mit 

Giraffen und allen anderen Arten friedlich in der Ebene grasend - in der Ferne die gleisend 

weisse Fläche der Etosha Pfanne. Wie am Anbeginn der Tage! Also morgen früh raus. Vielleicht 

lässt sich ein Löwe oder Nashorn sehen!


Wache gegen 3 morgens schweissgebadet auf und kann nicht mehr schlafen. Wechsele das T-Shirt 

und stelle die Klimaanlage an. Gut das ich doch das Zimmer gewechselt habe, denn beim ersten 

funktionierte die nicht. Bin im alten wunderschönen Fort Namatumi gut untergekommen. Als 

ich am Abend ankam stieg ich auf den Turm um den Sonnenuntergang zu bewundern. Eine englische 

Reisegruppe feierte gerade eine Sundowner Party. Endlich mal keine Deutschen, vor denen es 

an den Brennpunkten leider nur so wimmelt. Habe mir jetzt Karte und Reiseführer angeschaut 

und überlege jetzt, ob die Namib nach dem Verlassen von Etosha das nächste Reiseziel sein 

sollte. Ich habe einen Kassensturz gemacht und muss jetzt sehen, dass ich preisswerter 

weiterkomme d.h. sparen! 


 


Mach mal Pause

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Montag 9.04 A Namutoni - Waterberg Plateau Park 2 Paludrine 19. Tag


Bin heute im fünf Uhr auf gewesen und stand als zweites Auto kurz vor sechs vor dem noch 

geschlossenen Tor. Wollte heute bis nach Andoni im äussersten Norden hinauffahren. Ich nehme 

nochmals den Rundweg um die kleine Salzpfanne, wo ich gestern auf die Elefanten getroffen habe. 

Dieser diesel- stinker Lastwagen mit drei Leuten aus der Schweiz und Deutschland rattert 

vor mir her. Ich überhole und habe bald die Natur für mich. Das hätte ich die anderen Tage 

auch tun sollen. Als erster unterwegs. Die Anderen können in Ruhe ihr Ham and Eggs Breakfast 

verspeisen. Ich habe meine Erdnüsse und Bananen Ration dabei. Wasserflaschen Vorrat hatte 

ich schon aufgestockt.

Gestern abend habe ich im Empfang mal das Gästebuch durchgeblättert und mich ziemlich über 

den Eintrag eines deutschen Professors geärgert, der die Parkverwaltung herb in die Kritik 

nahm, weil sie nicht in der Lage seien, den Besuchern Informationen zu geben, die Tiere zu 

finden. Ich weiss nicht was dieser Mensch denkt, er sollte doch besser den Düsseldorfer Zoo 

besuchen, da sind die Tiere ordentlich aufgereiht und es gibt Kaffee und Kuchen. Meine 

Landsleute haben mich auf dieser Reise schon einige Male genervt.


Bei den Twin Palms sind alle Giraffen verschwunden. Bei der noch sehr niedrig stehenden 

Sonne wirkt alles leer und glitzert frisch vom Tau. Manche Tiere schlafen noch. Keine 

Elefanten zu sehen. Als ich um die Kurve fahre, bei der ich gestern die Elefantenkuh getroffen 

hatte, liegen die beiden Schakale auf der Piste und schlafen noch. Der Springbock ist auch 

noch da. Ich lasse den Wagen langsam näher rollen und stelle de Motor ab und warte. Sie 

schauen interessiert, finden es wohl noch zu frühum aufzustehen und schlafen weiter. Hin 

und wieder schrecken sie bei Geräuschen auf und gähnen ausgiebig. Dann rattert der LKW um 

die Ecke und beide springen auf und sind weg. Ich komme wieder zur breiten Hauptpiste nach 

Andoni und biege hier nach Norden ab. Auf beiden Seiten ersteckt sich dichtes Buschland mit 

Baumgruppen und grösseren einzelnen Bäumen. Die Sonne wird noch von Wolken verdeckt.Hin und 

wieder bricht sie durch und wirft Licht auf Teile der Landschaft. Ich fahre weiter. 

Schnurgerade aus in der Ferne wird die Piste hell von der Sonne erleuchtet. Ich mache ein 

Foto. Sieht unwirklich aus. Irgendetwas scheint vorne auf dem Weg zu liegen. Mit dem Fernglass 

versuche ich die Umrisse zu deuten. Sicher ein ruhendes Gnu. Sieht wie so eine Löwenfigur 

aus dem Nymphenburger Park aus. Ein Löwe!!! Mir fährt ein Schreck in die Glieder. Ein Löwe 

ruht mitten auf der Piste und kehrt mir sein Profil zu. Langsam fahre ich weiter. Möglichst 

wenig Lärm. Hoher Gang, aber langsam. Als ich etwa 80m heran bin, steht er auf und verschwindet 

nach links im Bush. Ich trette aufs Gas. In 20 m Entfernung trabt er davon. Ich rufe ‘Hey Leo’ . 

Er dreht sich um. Foto. Voila. Dann ist er weg. Ein kapitaler Bursche mit schöner dunkler 

Mähne. Nicht schlecht! Ich nehme die nächste Abzweigung in Richtung Etosha Pfanne. Vielleicht 

maschiert er da herum. Jede Menge Giraffen stehen rechts im Busch und weiden in hohen Bäumen. 

Als der Busch lichter wird, kann ich in Richtung Pfanne Gemsbock Antilopen stehen sehen. 

Da der Weg in Richtung Pfanne eher unzuverlässig aussieht, drehe ich und fahre zur 

Hauptpiste zurück. 


Etosha - Richtung Andoni

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 Nach ein paar Minuten Fahrt auf der Hauptstrasse, halte ich an und nehme das Fernglass. 

In der Ferne ist etwas auf der Strasse. Mich laust der Affe! Ein Elefant kommt mir mit 

wehenden Ohren entgegen. Gegenverkehr der ungewohnten Art!. Was jetzt? Langsam fahre ich 

weiter. Er wird immer grösser. Unverkennbar wandert er die Piste entlang und hat mich noch 

nicht bemerkt. Ich fahre links ran und stelle den Motor aus. Er kommt immer näher. Ich nehme an, 

ich habe fotografiert. 50 - 30 - 20 Meter. Er macht sein Geschäft, Wasserfall auf die Fahrbahn. 

Riesige Droppings fallen herunter . Das gibt wieder ‘ne Menge Arbeit für die Dung Beetles. 

Es ist ein Bulle mit deutlichen Zeichen von Musth an der Seite seines Schädels. Achtung! 

Das kann schwierig werden! Er schüttelt sich, dass es nur so staubt und verkrustete Erde 

vom Körper abfällt. Er kommt weiter auf mich zu. Jetzt wird’s mir mulmig.

Ich starte den Wagen. 5 Meter entfernt steht er neben dem Auto. Er verhält - erstaunt, 

verärgert scheinbar dreht er sich weg und bewegt sich langsam von der Strasse weg dem 

Buschland zu. Ich sehe seinen mächtigen Körper verschwinden. Er hatte nur einen Stosszahn.

                Jetzt bin ich erstmal bedient. Ich merke , dass mir die Hände zittern. Habe ich mich 

richtig verhalten? Er hatte mich offentsichtlich nicht bemerkt. Elefantenbullen in diesem 

Zustand sind unberechenbar. Vielleicht wäre er nur vorbei gestampft. Vielleicht hätte ich 

ihm von meinen Erdnüssen anbieten sollen? Ich atme tief durch und fahre weiter. Ab hier 

schwebe ich so vor mich hin. Diese beiden Begegnungen innerhalb einer halben Stunde. 

Afrika direkt und unverdünnt.


Die Andoni Pfanne war wunderschön. Wie Schleswig Holstein mit Zebras und Gnus. Alles satt 

grün. Ein Sekretär stolziert herum.


Ich treffe auf einen grossen Bus mit japanischen Fototouristen. Ich bin zurück in der Wirklichkeit.


Mittlerweise ist es früher Nachmittag geworden und ich fahre zurück zum Camp. Ich glaube 

ich verabschiede mich von Etosha. Es ist Zeit weiterzuziehen. 


 

Unterwegs zum Waterberg

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Waterberg

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 Ich entschliesse mich zum Waterberg Nationalpark zu fahren, dann weiter zur Namib oder nach 

Gobabis. Hatte ich vorher schon darüber nachgedacht. Waterberg war bis abends noch zu 

erreichen. Also spule ich die Strasse unter mit ab, Tschumeb, Otavi, Otjiwarongo. Dann geht 

es ab nach Osten und ich schaffe es gerade noch vor der Schliessung des Parks. Unterwegs 

gab es erstaunliche Wolkenformationen zu beobachten. Da ich hier während der Regenzeit 

unterwegs bin, ballen sich abends die Wolken zu riesenhaften Gebirgen auf. Wenn die Sonne 

am Abend niedrig steht, kommt es zu erstaunlichen Strahlengebilden. Das Camp empfängt mich 

bei Ankunft am Fusse des Waterberges in geheimnisvoller Dämmerung, die binnen kurzem der 

Dunkelheit weicht. Eine üppige fast tropische Vegetation hat sich hier zu Füssen der 

Felsformationen entwickelt. Die Stimmen der Nacht, der Affen, Nachtvögel und Zikaden liefern

einen an und abschwellenden Soundteppich.

Am Empfang sagt man mir, dass es erst in 2 Tagen einen Gamedrive geben wird. Oben auf dem 

Waterberg Plateau gibt es verschiedene interessante Tierarten wie zB. Breit - und Spitzmaulnashöner, 

verschiedenste Antilopenarten und Geparden und Leoparen zu sehen. Ohne Führer ist es 

unmöglich sich oben in dem unwegsamen Gelände zu bewegen. Das Plateau ist etwa 40 km lang 

und 14 km breit und es gibt verschiedene Rest Cabins, die dann zu Fuss erwandert werden. 

Toll eigentlich, aber ich kann hier nicht so lange abwarten. Das deutsche TUI Paar treffe 

ich beim Abendessen. Ich esse vegetarisch!!  Sojabolognese sauce, reisartige Nudeln und 

Kartoffelchips, dazu Büchsengemüse Erbsen und Karotten. Abenteuerlich, vegetarisch hat man 

hier bei dem üppigen Fleischangebot ganz schlechte Karten. Die beiden schauen interessiert 

zu, wie ich mit diesem Gericht zurechtkomme. Sie atmen erleichtert auf, als ich um eine 

Zigarette bitte. Nach stillem Mineralwasser und vegetarischer Kost haben sie mich wohl als 

etwas PlemPlem eingestuft. Bei ihnen wurde aus der Küche ein Bier nach dem anderen herangekarrt. 

Schliesslich bestelle ich mir auch ein Windhoek, was dann ziemlich reinhaut, da ich wegen 

der Malaria Prophelaxe, Alkohol gemieden habe. Später mache ich am Empfang, Terror, weil 

sich ein Fenster nicht schliessen lässt. Das ist wegen der Paviane keine gute Idee und so 

muss ich nochmal Umziehen.


2 CHLO genommen. 

 

 

Waterberg

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Blick Richtung Osten zur Kalahari

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Dienstag 10 - 04 Waterberg 20. Tag


Der Wecker terrorisiert mich um 5 Uhr. Ich wollte früh aufstehen. Beim dritten mal stehe 

ich senkrecht. Es fängt an zu dämmern. Bis ich alles im Auto verstaut habe ist es hell. 

Draussen ist es empfindlich kühl. Ich möchte heute das Plateau erreichen, wenn schon nichts 

anderes möglich ist. Da ich nicht weiss wie sich der Tag entwickeln wird, wähle ich die 

komplette Ausrüstung,  -  was sich bald als Fehler herausstellt. Es geht steil aufwärts - 

von Felsblock zu Felsblock. Bald dampfe ich! Leichtfüssig kommt mir eine amerikanische 

Jugendgruppe entgegen. Als ich oben ankomme ist die Sonne schon über den Horizont gestiegen. 

Verschiedene Leute mit Führer sind da. Man fragt mich ob ich noch weiter zu einer höheren 

Felsgruppe aufsteigen möchte. Ich willige ein und weiter geht die Plackerei. Jacke aus, 

Ärmel hoch.


Als ich zum Fotografieren zurückbleibe verliere ich den Anschluss an die Gruppe. Jetzt komme 

ich zur Ruhe, als der Spuk weitergezogen ist. Ich geniesse den weiten Ausblick nach Osten 

über die Weiten der Kalahari. Hier hat 1904 die berüchtigte Schlacht am Waterberg stattgefunden. 

Die Schutztruppe hat hier ein übles Massaker angerichtet und das ganze Volk der Herero in 

die Wüste getrieben, wobei viele umgekommen sind. Nun sitze ich hier alleine in wunderbarer 

Höhe. Hier und da ziehen sich feine Linien durch das spärliche Buschland, Pisten die sich 

dann in der Weite verlieren. Von hier erstreckt sich die Kalahari viele hundert Kilometer 

nach Osten. Die Grenze zu Botswana in etwa 500 Kilometer durch wasserlose Ödnis. Nach ein, 

zwei Stunden tauchen weitere Leute vom Fusse des Berges auf. Mit einem deutsch - griechischen 

Paar komme ich ins Gespräch. Sie kommen gerade aus Harnas in der Nähe von Gobabis und sind 

begeistert. Sie erzählen von einigen haarsträubenden Erlebnissen, die sie mit Elefanten im 

Krüger National Park hatten. Ich mache mich auf den Weg nach unten. Wenn ich nach Gobabis 

will muss ich erstmal die Asphaltstrasse nach Windhuek nehmen. In der Regenzeit sind die 

unbefestigten Pisten durch die Kalahari zu unzuverlässig mit meinem Golf. Ich nehme zwei 

schwarze Tramper mit.



Gegen 16.00 komme ich in Windhuk an. Fotos, Bank, Post, Cafe Schneider! 


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Mittwoch 11.04. Windhoek , Gobabis , Harnas 21.Tag

 

Früh auf. Wetter schön, aber auch Wolken. Gut geschlafen. Fahre in die Stadt, um Fotos 

abzuholen und bin etwas bestürtzt, dass relativ viele Fotos eine Macke haben. Teilweise 

ist die Belichtung total daneben. Immerhin die Elefanten Bilder scheinen ok zu sein. Post 

zum Telefonieren und Karten weg. Versuch Info über Namib - Naukluft zu bekommen. Da waren 

ziemliche Unwetter und Strassen sind weggespült worden. Da es hier nicht so viele Strassen 

gibt, muss man wissen ob man durchkommt. Es scheint wieder ok zu sein. Werde also diese 

Rundstrecke über Mariental - Naukluft nehmen, wenn ich aus der Kalahari zurückkomme. 

Schaue noch etwas in der Stadt herum, um einige Souvenirs zu finden. Als ich dann zum Auto

ging, traf in diesen Mensch, der mir schon vorher aufgefallen war. Wir kommen ins Gespräch. 

Er läuft hier in der Stadt herum, um sich die Zeit zu vertreiben. Er wartet darauf, dass 

man seine Freundin wieder aus dem Koma erwecken kann. Es hatte mit einem Kudu einen 

schweren Unfall gegeben. 2 Tote, 2 Schwerverletzte, 2 weitere Verletzte. Die Freundin 

hatte sich einer Reisegruppe gegen seinen Willen angeschlossen und jetzt wird seine 

Opposition über Reisen in Namibia auf tragische Weise bestätigt. Erst wenn sie aus dem 

Koma kommt, kann sie nach Deutschland ausgeflogen werden. Über die medizinische Versorgung 

hat er aber nur Gutes zu sagen.

Frau Wichmann erzählt mir von einem anderen gerade passierten Unfall. 

- Landrover Überschlag - 6 Tote.

Danach hatte ich den ganzen Tag eine entsprechende Stimmung. Hinter Gobabis auf der 

Sandpiste, prompt Kudus auf der Piste. Sind aber sofort im Busch verschwunden. Die Leute 

fahren auf diesen Pisten teuflisch schnell. Die Schotterpisten sind am gefährlichsten. 

Fast wie Glatteis. Man fährt stundenlang durch die Ödnis und nichts passiert. Plötzlich 

steht so ein Viech auf der Strasse! Dann bremsen, da hat man keine Chance.


Als ich dann von der Hauptsandpiste ins Harnasgelände einbog, stand am zweiten Tor hinter 

einem Busch wieder ein Kudu, ein grosser Bursche mit mächtigem Gehörn. Als ich zurückstiess 

war er weg. Wie eine geisterhafte Erscheinung. Es dämmerte schon stark und als ich dann bei 

der Farm ankam war es dunkel - Afrikanische Nacht.


  

Donnerstag 12.04. Harnas Animal Sanctuary 22.Tag

Begrüssung durch den zahmen Kudu

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Harnas

Besuch in meinem Bungalow

 

Morgen 10.00 Uhr Führung auf der Farm. Baboon’s , junge Geparden,
der Hausgepard, das Krokodil im eigenen Teich und der gerade mit der Flasche grossgezogene Leopard.
Am Nachmittag fahre ich zur Raubtierfütterung mit ins Gelände . Abends gibt es Abendessen mit Reginald, dem Game Scout und dem jungen deutschen Paar. Zum Glück ist das nervige deutsche Mutter und Kind Gespann nicht dabei. Weil der Sohn in Biologie ein Projekt über Geparden in der Schule zu bearbeiten hat, sind beide schnell für ein paar Tage nach Namibia gejettet. "Vorbildliche Unterstützung des schulischen Lehrauftrags". Es wird viel geredet und auch ein paar Biere geleert. Das spezielle Harnas Gefühl eben. Leute kommen aus allen Bereichen der Gesellschaft, meist der deutschen, um hier mitzuhelfen, verwaiste oder verletzte Tiere aufzupeppeln und zu pflegen. Entweder als zahlender Gast, wie ich, oder als Praktikantin. Die Route, die ich morgen nehmen werde steht jetzt fest. Bevor ich morgen früh, wieder nach Westen aufbreche, werde ich die Löwen und Leoparden Kinderstube ins Gelände begleiten. 

 

Mittags im Schatten

Freitag 13.04. 2001 Harnas - Gobabis - Mariental - Maltahöhe 24. Tag

Hemingway and me


      Morgens - es war noch dunkel - vom Gebrüll der Löwen erwacht. Ich habe das Gefühl sie stehen vor dem Bett oder vor der Tür. Die ganze Hütte wackelt. Überlegte aufzustehen und nachzusehen, was los ist. Hatte dann aber keine Lust verspeist zu werden. Ausserdem Freitag der Dreizehnte! Schlief wieder ein, bis es hell wurde. Der Spuk war vorbei. Die Löwen hatten sich wohl vor meinem Bungalow zu ihrem Brüllkonzert getroffen. Packe meine Sachen ins Auto, während der Pet Kudo vorbeikommt und mir zuschaut. Wetter schön und klar, keine Wolke am Himmel. Als die Sonne hoch kommt, laufe ich nochmal die Gehege ab. Die Pavianne spielen schon herum. Die Löffelhunde schlafen noch als ich erscheine. Schrecken hoch, rollen sich aber wieder ein. Alles trieft vor Tau. Das Grass ist nass und glitzert in der aufgehenden Sonne. Es ist viel Feuchtigkeit in der Luft oder ist es die Sprinkleranlage? Die witzigen Erdmännchen strecken sich kerzengerade der Sonne entgegen.

        Vor 8.00 gehe gehe ich zum Frühstück und finde meine jungen deutschen Freunde schon versammelt. Da ich nicht viel Appetit habe, lasse ich Wurst und Speck liegen. Der Salat am Abend davor war ganz lecker. Es gab Kudusteack dazu. Hatte aber keine Lust, am Abend so ein Riesenstück Fleisch zu vertilgen. Nach dem Frühstück ging die Fahrt los. Regi unser  Gamewarden fuhr voraus mit den Junior Raubkatzen. Diese Ausflüge finden regelmässig statt, um die jungen Tiere an das offene Geände zu gewöhnen. Zwei Löwen, Hemingway und Simba und als jüngster der kleine Leopard. Als wir weit genug draussen sind geht der Spass los. Die Kleinen werden losgelassen und gleich geht das Gebalge los. Zum Wandern sind sie weniger aufgelegt. Wir machen jede Menge Fotos, während die Wardens immer wieder einschreiten, wenn sie auf uns losgehen. Das ist wohl Spiel, aber es scheint wohl schon das eine oder andere passiert zu sein. Das Gejage geht so eine Weile dahin, bis plötzlich vor uns auf dem Weg eine Schlange, eine Schwarze Mamba, in etwa 20 Meter Entfernung, vor uns den Weg kreuzt. Plötzlich werden alle ziemlich hektisch. Tiere einsammeln, Gäste in die andere Richtung dirigieren ist eins. Wie wir erfahren ist mit einer Schwarzen Mamba nicht zu spassen. Wenn sie sich bedroht fühlen, greift sie sofort an. Und sie ist die giftigste Schlange Afrikas. Die Farbe ist eher grau - braun  ohne Zeichnung, relativ lang und dünn. Einer der Wardens geht mit einem Schlagstock etwas halbherzig in Richtung der Schlange, um zu schauen, ob sie noch da ist. Wir drehen trotzdem um. Als wir bei den Autos ankommen, bekommen die drei ihre Fläschen und dann geht’s zurück ins Camp. Ich verabschiede mich bei allen und mache mich auf nach Gobabis, das ich ausgestorben vorfinde, da Karfreitag ist. Ich finde den richtigen Weg C20 und bin jetzt unterwegs in Richtung Süd West. 

 

Spaziergang mit jungen Löwen

 

Freitag der 13. Harnas > Maltahöhe B)

 

Die Landschaft ist anfangs nur flach, karg und sandig mit Büschen, eben die Ausläufer 

der Kalahari. Später wechselt die Landschaft. Hügelig, mit grossen Dornakazien und 

weiterhin roter Sand. Jede Menge zerfahrenes Getier auf der Piste. Eulen und Schlangen. 

Ich halte an, um eine Puffotter zu fotografieren. Dann ballen sich die Wolken dichter 

zusammen und ich sehe Regen niedergehen, eine dunkle Wolkenwand türmt sich vor mir auf. 

Doch die Piste führt zum Glück geradewegs zwischen zwei Regenfahnen hindurch. Es ist nass 

überall, aber der Regen gerade vorbei. Kaum ein Auto unterwegs. Schliesslich erreiche 

ich wieder die Hauptstrasse und dann auch bald die B1 Windhoek - Keetmanshop. Ich biege 

nach Süden ab und bin nach einem Tankstop bald nach Westen Richtung Mariental unterwegs. 

Jetzt fahre ich in die untergehende Sonne. Die Fahrt verläuft ereignislos und nachdem 

ich Mariental erreicht habe, entschliesse ich mich noch weiter zu fahren. In Maltahöhe, 

das ich knapp nach Einbrechen der Dunkelheit erreiche, steige ich im einzigen Hotel am 

Platz im “Maltahöhe Hotel” ab. Eine Gruppe von Motorradfahrern von einer Namib Rallye 

stapft in schweren Stiefeln herum. Ich bekomme sogar noch ein Zimmer. Das Hotel wird 

deutsch geführt und die Bar ist mit allen erdenklichen “deutschen” Stickern ausgeschmückt.

Ich esse Stringbockbraten mit Blaukraut und Kartoffeln. Gut der Braten. Ich schicke noch 

eine SMS an Tobias, da ich feststelle, dass es hier wieder Empfang gibt. 

Ich will morgen sehr früh loss. Die Namnib wartet. 

 

 

Namib - Naukluft

-

 

 

14.April Samstag     Maltahöhe Sossusvlei    25.Tag B)


Als die Sonne gerade über den Horizont zu steigen beginnt, bin ich beim Tanken. 

Es ist ganz schön frisch. Der Tankwart lässt mich warten. Nach zehn Minuten erscheint 

ein Buschmann mit Wollmütze und bedient mich. Sobald ich unterwegs bin, habe ich heute 

das totale Landsschaftserlebnis. Immer wieder Veränderung. Fast nach jeder Kuppe oder 

Biegung bleibe ich stehen um den Eindruck zu geniessen und zu fotografieren. Es geht 

einen Pass hinauf. Dann kommt eine Nebenstrecke nach links ab, die auf der Karte grün 

markert ist, also landschaftlich besonders reizvoll sein muss. Das riskiere ich jetzt 

und werde mit atemberaubenden Ausblicken belohnt. Endlose Ebenen aus den die 

verschiedensten Bergformationen herauswachsen. Die Farbe des Sandes wechselt ständig. 

Über allem, sei es Fels, Geröll oder Sand liegt nun einHauch von Grün. Ich fahre auf 

einer roten Sandpiste in eine Ebene hinunter. Breit und sehr sandig. immer sandiger und 

grundloser und mit einem mal drehen die Räder durch und ich stecke fest. Schwitz! 

Jetzt haben wir das Malheur. Seit ich unterwegs bin habe ich nur ein Auto gesehen. 

Es ist 9.00 Uhr. Ruhe bewahren, nachdenken! Es ist jetzt warm geworden, die Frische 

des Morgens ist vorüber. Also los- gehen und die Gegend erkunden. Wasser einpacken. 

Erst mal nach vorne die Lage peilen. Etwa zwei - dreihundert Meter wird die Piste 

wieder tragfähig. Ausserdem eine Kreuzung. Ich mache ein Zettel ans Auto und gehe 

auf der Piste zurück. Irgendwo weiterzurück gab es ein Tor oder Farmeingang. Ich 

stiefele los. Im Sand ist schwer gehen. Nach einer halben Stunde steht eine grosse 

Kameldornakazie an der Piste und gegenüber ein Gatter. Ein Tor mit einem schwedischen 

Namen Erickson oder so ähnlich. Das öffne ich und maschiere durch. Gemischte Gefühle 

wo ich hier herumtappe. Nach etwa drei Kilometern noch nichts zu sehen. Nach der 

nächsten Biegung sehe ich einen dieser grünen Wassertanks hinter einer Baumgruppe. 

Aha! Gutes Zeichen? Wahrscheinlich alle vereist und ich muss einbrechen um zu 

telefonieren. Nach einem weiteren Kilometer sehe ich Autos. Immer besser. Jemand 

ist im Garten vor dem Haus, dann kommt ein Mann aus dem Haus und begrüsst mich. 

“Clutch” heisst der Besitzer dieser Farm in solch einer Wahnsinnsgegend. 

Sie bitten mich herein. Besuch ist da. Jede Menge Leute aus Südafrika. Man sitzt 

vor dem Fernseher und schaut Rugby. Erstmal wird in Ruhe zu Ende gefrühstückt 

zu dem ich natürlich sofort eingeladen werde. Dann schieben sie mich heraus und 

im Nu bin ich wieder unterwegs. 

Sie hahen mir versichert, dass ab jetzt die Strasse ok sei. Kein Sand mehr. 

Namib - Naukluft

Namib - Naukluft

 

14.April Samstag Maltahöhe Sossusvlei 25.Tag B)


Kein Sand mehr, aber dafür jetzt eine halsbrecherische Geröllpiste. Ein Auto treffe ich

- Deutsche im 4X4 - sagen ich komme durch. Und ich komme gut durch. Gegen 16.00 Uhr bin 

ich in Sisrem. Es ist zu spät heute um noch ins Dünengebiet zu fahren. Dann eben morgen 

früh. Ich checke ins Sussusvlei Lodge ein. Es ist alles voll. Sie bieten mir ein, 

beim letzten Sturm beschädigten Bungalow, zu einem Sonderpreis von N$ 780.00 an. 

Ist trotz Nachlass ein stolzer Preis. Um auf DM zu kommen, muss man halbieren. 

Ich habe keine andere Wahl, sonst muss ich weiterfahren und das ganze Unternehmen vergessen.

Ich erkunde die Gegend um das Camp herum, wärend im Westen spektakulär die Sonne untergeht. 

Dann mache ich mich frisch und gehe zum Abendessen. Es gibt riesiges Grillbüffett, 

sozusagen einmal quer durch die Savanne. Nur Elefant finde ich nicht. Das eine oder andere

probiere ich, aber da ich kein Fleischesser bin, mit verhaltenem Erfolg. In Südafrika und 

hier in Namibia dreht sich im Kulinarischen alles um’s Fleisch. Wenn ich mich umhöre, 

sind die deutschen Laute in der Mehrzahl. Am Nachbartisch eine junge Familie mit Kind und 

Schwiegermutter. Ich höre Bielefeld und die Problematik, das sich der Nachbar zu Hause,  

überaus scheussliche Bezüge für seine Terrassensitzgruppe angeschafft hat.

Ich verschwinde in mein Luxusbungalow. Morgen früh raus. Frühstück um 5. 

 

( Oster) Sonntag   15.04. 2001 -  Sisreem Camp - Sossusviel - Windhoek    26. Tag


Der Wecker geht um 4.30. In meinem Adobe Zeltbungalow habe ich gut geschlafen. Es ist noch dunkel draussen. Alles gepackt allright. Malaria-Prophelaxe rein! Ich dusche schnell - fliessend warm und kalt Wasser. Der pure Luxus! Wie machen die das bloss, hier mitten in der Wueste.  Das Frühstück beginnt um 5.00. Ich bin mit der Erste als ich auf die üppig gedeckte Terrasse komme. Etwas spaeter erscheinen die ersten Deutschen von der Reisegruppe. Es ‘ Frohe Ostert ‘ ueberall. Aha, daher die vielen Eier am Bueffet - Ostersonntag.

Ich bin mit meinem Zeitgefuehl nicht im Lot. Ich weiss nur das ich in zwei Tagen in Windhoek sein muss, zum Rueckflug. Prompt wird von der Meute natuerlich gemeckert, dass die Eier zu weich sind, was ich allerdings später im Gelände bestaetigen muss, als ich das zermatschte Ei in meiner Jackentasche fuehle. Mache mich dann lieber auf den Weg, als mir weiteres Gemecker anzuhören . Ein Untugend meiner Landsleute, die mich auf der Reise immer wieder genervt haben. Aber Achtung nur nicht meckern!.

      Kurze Warterei am Tor zum National Park. Die Dunkelheit ist gewichen und die Morgendämmerung hat ein gesetzt. Die Sonne kommt in unserem Rücken hoch. Mir fällt ein immer wieder einsetzendes fauchendes Geraeusch in der Ferne auf. Ein Heissluftballon wird angeblasen. Dies hier ist wieder so ein Sammelpunkt, durch den alle Touristen geschleust werden. Gestern bei meiner Fahrt den ganzen Tag  über Hunderte Kilometer am Naukluft Park entlang, habe ich kaum jemanden getroffen und hier prescht, als um 6.00 das Tor geoeffnet wird, eine ganze Meute los. Keiner hält sich an das Speedlimit. Die Sonne kommt hoch und beleuchtet die ersten Duenen. Wunderschön! Ich halte einige Male, um Fotos zu machen. Es sind immerhin 70 km zu fahren, bis zu der ‘Grossen Duene’. In Fahrtrichtung  Westen sieht es leider nicht gut aus! Es ist tiefschwarz dort und immer wieder zucken Blitze herunter. Dann erreiche ich Dune 48. Eine der ersten Monsterduenen. Einige Autos stehen schon dort. Ein paar Leute sind auf die Duene geklettert. Die Sonne ist weg. Es kommt ein ziemlicher Sturm auf. Alles wird dunkel und trueb. Sandsturm! Ich versuche die Kamera unter der Jacke zu schützen. Als ich weiterfahre nehme ich drei Spanier mit, die  mit einer Reifenpanne liegengeblieben sind. Ihre Reise wird von einer Pechstraehne verfolgt, Ueberschlag mit dem Auto, letzte Woche durch Regen mehrere Tage abgeschnitten und nun Reifen Pahne und kein Reserverad mehr. Da habe ich bisher viel Schwein gehabt, besondert gestern beim Festfahren im Sandloch. Touchwood, noch ist die Reise nicht zu Ende!

Es fängt an zu regnen. Als wir das Ende der Teerstrasse erreichen beginnt das richtige Duenen-Meer. Hier kann man nur mit 4x4 weiter. Wir sollen in einem offenen Landrover die letzten Kilometer bewaeltigen. Der stolze Preis $ 70. Wir entschliessen uns trotzdem zu fahren, obwohl es rundherum schwarz ist. Ich hole meinen Anorak. Ich teile den Optimismus der Meisten nicht, die im T-shirt der Dinge harren,  die da kommen sollen. Als der Land-Rover rappelvoll ist geht es los. Es fängt wieder an zu regnen. Die Sandpiste ist aufgeweicht und wir werden beim Fahren hin und her geworfen. Als der Regen zu Prasseln anfängt gehen alle in Deckung, aber hier gibt es wenig Deckung, auch ausserhalb des Wagens nicht. Ich stülpe meinen Hut der einen Spanierin auf und mache die Kapuze hoch. Es blitzt und donnert. Es wird jetzt unangenehm Unwettermässig! Ein VW Bus kommt uns entgegen. Es sind die Deutschen, die ich in Etosha getroffen habe. Ich lasse den Fahrer anhalten und springe runter. Die Deutschen wollen mich  mit zurücknehmen. Andere folgen mir. Dann sind ploetzlich alle auf den Beinen und wollen mit zurück. Das wird dem Fahrer vom Bus aber zu viel. Ich bin drin. Noch 3 oder 4 andere, dann Tür zu und zurück. Die Zurückgeblieibenen sehe ich unter umliegende Straeucher fluechten. Tat mir Leid, aber ich verstehe den Fahrer, der Sorge hat , das der Wagen zu schwer wird und wir im Schlamm stecken bleiben. Es hätten nicht alle Platz gehabt. Der Bus hat dann ziemliche Mühe durchzukommen. Durch die herabstuerzenden Wassermassen hat sich die Piste in einen einzigen Fluss verwandelt und ist nicht mehr zu sehen. Schliesslich erreichen wir die feste Strasse.   Der Golf ist noch da, aber vor Regen ist ringsum keine Düne mehr zu sehen. Ich renne zum Auto. Klitschnass. Das schweiz-englische Paar mit Freundin sind von ihrer Gruppe getrennt worden und wollen mit rausfahren. Ich fische ein paar trockene Sachen heraus, versorge die Kamera und ab geht die Post. Ich dachte erst ein kurzer Regenguss, aber nun ist alles grau rund um und schüttet aus allen Rohren. Da tut sich heute nichts mehr. Also bloss weg. Übermorgen geht der Flieger. 

Am Tor tanke ich nochmal voll und frage einen herausfahrenden Allrad ob ich mich anschliessen kann. Kein Problem. Ich sage noch dem Mazda mit denn Engländern neben mir Bescheid und so brechen wir zu dritt in Richtung Solitaire nach Norden auf. Die Schotterpiste ist überspült und immer wieder durchfahren wir jetzt mit Wasser gefüllte Trockentäler. Das fühlt sich teilweise schon etwas blümerant an, da man ja nicht weiss wie tief die Dinger sind, aber der brave Golf schafft es  und am Nachmittag haben wir den Hauptverkehrsknotenpunkt in dieser Gegend - Solitaire -  erreicht. Der Regen hat mittlerweile aufgehoert und so verabschieden wir uns bei einem Bier in der Petrolstation. Die Engländer fahren gen Westen nach Swakopmund, die Namibier wie ich nach Osten Richtung Windhoek.

Solitaire habe ich mir anders vorgestellt. Ist aber nur, wie schon gesagt Tankstelle, Kramladen und ne' paar Blechhütten und wie der Name andeutet sehr weit ab von allem. Mehrere Pisten treffen hier aufeinander. Es stehen eine Menge 4X4 herum und werden betankt. Sie setzen sich dann als Konvoi in Marsch. Sieht wie ein Oster Vergnügen aus. Das Wetter ist weiterhin bedeckt und grau. Ich frage nochmal nach dem Weg und wo man am Besten durchkommt; tanke, kaufe etwas zu Essen - Sandwich und Marmorkuchen. Dann mache ich mich auf den Weg. Unterwegs, besonders am Gamsberg Pass kann man die Schäden der Unwetter von vor einer Woche sehen. Die Piste teilweise total weggespült. Der Weg nach Windhoek zieht sich dann ziemlich hin. Leider zertrümmert mir ein schnell entgegenkommender Range-Rover unterwegs mit einem Stein die Windschutzscheibe. Jetzt bin ich die ganze Fahrt so gut durch gekommen und jetzt musste das sein. Ärgerlich! Als die Nacht hereinbricht komme ich einigermassen fertig in Windhoek an. Ich nehme mir ein Zimmer im Hotel Schneider. Die haben Sat-TV und ich habe jetzt Heisshunger darauf was in der Welt vorgeht!  

 

 

Sossusvlei

Sossusvlei

Sossusvlei

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Die Reise war anders geplant gewesen. Die Forscher Freunde konnten nicht nach Namibia einreisen, also hiess es für mich - miles and miles on my own